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Finsternis

“Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht) / Smashed in pieces (in the still of the night)”

Es ist Nacht. Wir schreiben das Jahr 1945, der 12. März – Wien. Der Frühling beginnt gerade seine Fühler auszustrecken und den Winter zurückzudrängen. Was heute über die Stadt hereinbricht ist wie ein Sturm – ein Feuersturm. Die Sirenen heulen, ab in die Bunker, es rettet sich wer sich retten kann. Die Stadt wird schwer getroffen, die Staatsoper brennt, der Stephansdom, das Burgtheater und die Hofburg werden schwer beschädigt. Das Gestapo Hauptquartier liegt in Schutt und Asche. Im Esterhazypark ist es heute Nacht nicht still, dort steht der Feuerleitturm eines der drei Paare von Flugabwehrkanonen-Türmen in Wien. Sein RADAR versorgt die Kanonen des Geschützturmes in der Stiftskaserne mit Daten über die angreifenden Luftverbände.

Blicken wir ins Jahr 2010. Der ehemalige Feuerleitturm im Esterhazypark beherbergt nun das Haus des Meeres, an seiner Aussenwand hat der Alpenverein eine Kletterwand eingerichtet. Wo früher die leichten Flugabwehrkanonen des Feuerleitturmes standen, befindet sich nun eine Aussichtsplattform. Der US-amerikanische Künstler Lawrence Weiner machte den oberen Teil des Turms zum Kunstwerk. Der Turm wurde
“vom Symbol des Nationalsozialismus zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus.”

(Dieser Schriftzug wirkt immer sehr stark auf mich wenn ich ihn sehe. Danke an Paleica, die mich mit ihrem Foto zu diesem Eintrag inspiriert hat.)