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Winter!

Ich stelle mich gegen den allgemeinen Trend, schwimme gegen den Strom. Ein Tribut an den Winter. Das dürfte eine Hassliebe sein. (Das Wort wird in letzter Zeit auch inflationär gebraucht.) Soll ich den Winter hassen oder soll ich ihn lieben? Soll ich auswandern, dorthin wo immer die Sonne scheint und es warm ist? Hawaii, Mexico, Austrialien, wenigstens Sizilien.

Wenn es neblig ist, Matsch auf den Straßen, nasskalt, man möchte nicht das Haus verlassen, beim Blick auf das Thermometer will man die Heizung weiter aufdrehen, kaum setzt man einen Fuß vor die Tür, friert man. Diesem Winter richte ich aus: Zieh dich in die Eishöhle zurück, aus der du gekommen bist!

Strahlend blauer Himmel, der frisch gefallene Schnee glitzert, man stapft durch den Schnee, vor einem eine unberührte weiße Fläche, Erster!, so muss sich Amundsen gefühlt haben. Leichter Wind trägt kleine Schneekristalle durch die Luft, sie glitzern wie tausend Sterne im Sonnenlicht. Zeitweise wird der Glitzernebel so dicht, dass eine Nebensonne erscheint. Unbeschreiblich! Diesem Winter rufe ich zu: Verweile doch, du bist so schön! Doch er hält mir nur die geballte Faust entgegen und verschwindet im Nebel. (Mit Schnee-Schuhen übers Land.)