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Karl Borromäus Kirche

Jugendstilkirchen faszinieren mich immer wieder. In Wien gibt es (mindestens) zwei dieser farbenprächtigen Bauwerke. Die Kirche am Steinhof (Otto Wagner) ist schon von weitem ein Blickfang, die Karl Borromäus Kirche (Max Hegele) am Wiener Zentralfriedhof ist außen etwas unscheinbarer, dafür kann man innen nur ins Staunen verfallen.

Der Wiener Zentralfriedhof ist der zweitgrößte Friedhof Europas, er wurde so groß angelegt, da er in der Blütezeit der Habsburgermonarchie geplant wurde und man in der Residenzstadt Wien zum Ende des 20. Jahrhunderts mit 4 Millionen Einwohnern rechnete. Natürlich kam alles wieder ganz anders.

Die Wiener waren zuerst gar nicht glücklich mit dem abgelegenen Gottesacker. Darum ließ man prominente Verstorbene auf den Friedhof verlegen und errichtete die Ehrengräber. Aus diesem Grund baute man auch die prachtvolle Jugendstilkirche hier. All das sollte den Friedhof “attraktiver” (kann man dieses Adjektiv für einen Friedhof überhaupt verwenden?) machen.

Die Straßenbahn zum Zentralfriedhof hat die Nummer 71. In Wien gibt es deshalb auch für einen Verstorbenen die Redewendung: Er/Sie hat den 71er genommen.

(Hat den 71er genommen, ist aber glücklicherweise wieder in die Stadt zurückgekehrt.)